Unsere Welt braucht wieder mehr Fühlosophen! (Karina, 05.07.2019)
Als Kind lernen wir gehen, sprechen, mit Messer und Gabel essen, lesen, schreiben, rechnen und noch vieles mehr, von dem die Erwachsenen glauben, es ist notwendig, um ein erfolgreicher und glücklicher Mensch zu werden.
Wenn ich dann mal ein achtsames Auge (oder auch zwei, denn wie heißt es so schön – „mit dem Zweiten sieht man besser – das deutsche Fernsehen möge mir den Werbeklau verzeihen😉) auf mein Umfeld werfe, frage ich mich – wo sind denn all diese erfolgreichen und glücklichen Menschlein?! Haben die sich zum Lachen in den Keller eingesperrt? Oder vergessen, zum Frühstück einen Clown🤡 zu verspeisen? Nein, ich denke, dass Problem liegt wo anders. Eine ganz wichtige Sache wird uns nicht gelernt, oder den meisten Menschen wieder aberzogen – das FÜHLEN. Muss man sich nicht schämen für, ich hab´s auch erst wieder lernen müssen. Und vor allem musste ich lernen, ALLE Gefühle zu fühlen, auch die nicht so schönen und die ganz schmerzhaften💔. Und trotzdem kann ich heute aus ganzem Herzen sagen – TUT ES! Fühlt Freude, Trauer, Sehnsucht, Glück, Wut, Geborgenheit, Lust, Angst und alles, wonach Euer Herz begehrt, aber vor allem fühlt LIEBE! Traut Euch! Aber seid gewarnt vor den Nebenwirkungen. Gegen plötzliche Lachanfälle, Tränenausbrüche, Grinsefalten und Schmetterlinge im Bauch hilft auch kein Arzt oder Apotheker😂😂😂.

Ich bin ich - Wer bin ich?   (Tamara, Jänner 2017)
Wärst Du mein Nachbar,
würde ich Dir sagen …
"Ich bin die, die Dir Milch leiht, 
wenn du keine mehr für den Kaffee zu Hause hast.
Ich bin die, die Dir freundlich zuwinkt 
und ein paar Worte mit Dir wechselt,
wenn ich dich über den Gartenzaun sehe."
Du würdest sagen:
„Ich traue Dir nicht!“
Wärst Du eine ältere Dame mit Einkaufswagen neben mir,
würde ich Dir sagen:
„Ich bin sicher die, die es eiliger von uns beiden hat!“
Du würdest sagen:
„Das ist mir egal, ich dränge mich trotzdem an der Kasse vor Dich!“
Wärst Du mein Chef, würde ich Dir sagen:
„Ich bin die, die immer versucht alles richtig
für dich zu machen. …von der du Du täglich
tausende Ideen ertragen müsstest,
wie man alles besser und einfacher machen kann!“
Du würdest sagen:
„Mach dich lieber selbständig!“
Wenn Du mein Kind wärst, würde ich sagen:
„Ich bin die, dich Dich beschützt und versucht Dir
den Rücken zu stärken; die sich vor Dich stellt und versucht,
Dir den Weg zu ebnen!“
Du würdest sagen: „Mama du nervst!“
Wärst Du mein Mann, würde ich sagen:
„Ich bin die, die Dir den Rücken freihält und Dir 
viel Freiheit gibt, um Dich zu entfalten!“
Du würdest sagen:
„Aja, da fällt mir ein - ich bin nächste Woche nicht da!“
Wärst Du ein Freund, würde ich Dir sagen:
„Ich bin die, die immer versucht, Dich zu fördern und Dich
zu unterstützen; die Dir oftmals die harte Wahrheit
in diplomatische Worte verpackt.“
Du würdest sagen:
„Danke!“
Wärst Du ein Passant auf der Straße, der traurig aussieht,
würde ich Dir sagen:
„Ich bin die, die dich angelächelt hat!“
Du würdest sagen:
„Lass mich in Ruhe, ich habe Dich nicht darum gebeten!“
Wärst Du meine Mutter, so würde ich Dir sagen:
„Ich bin nicht die, die Du glaubst!“
… und Du wärst sprachlos!

Durius in der Achterbahn   (von Manuela, Jänner 2017)

Übung: Erfinde eine Person und setze sie in die Achterbahn

 

1. Charakterwahl:

Name: DURIUS
Alter: ca. 30 Jahre
Beruf: Augure
Wohnort: Römisches Reich
Familienstand/Kinder: ledig/mind. 2
Hobbies: kämpfen, Gefühle verletzen, Frauen enttäuschen
Sonstiges: Er hat einen Auftrag, spricht aber nur in Rätseln darüber. Er
ist groß, schlank und doch muskulös, hat kurzes, leicht gewelltes
schwarzes Haar und schwarze unergründliche Augen. Er steht in Kontakt
mit dem Orakel und somit mit den Göttern. Der Rat/Befehl der Götter hat
bei ihm oberste Priorität. Manchmal versteht er seine eigenen Gefühle
nicht, oder sind Gefühle ihm ein Mysterium.

2. Setzte Deinen zuvor gewählten Charakter in eine 8er-Bahn :-P

Über seine Götter hatte Durius noch nie ein schlechtes Wort verloren,
jetzt kamen ihm das erste Mal die entrüsteten Ausrufe mancher Menschen,
die den Göttern unterstellten verrückt zu sein, doch nicht mehr so
abwegig vor.
Mit Hilfe seines Amulettes konnte er zwischen den Welten wandeln und
bisher war das auch meistens ohne größere Schwierigkeiten passiert.
Dieses Mal jedoch war alles anders.
Er fand sich wieder in einer Gruppe steltsam gewandeter Personen, die
sich in einer Reihe anstellten. Niemand hatte anscheinend sein
plötzliches Auftauchen bemerkt und wenn schien es keinen erschreckt zu
haben. Unauffällig reihte er sich in die Menschenschlange ein und
versuchte so einen Ausgang, den es ja wohl geben mußte, näher zu kommen.
Bald war er am Ziel der Wartenden angelangt. Ein seltsames Gefährt
rollte auf einem ehernen Gerüst heran und kam mit quietschenden Rädern
zum Stillstand. Lärmende, lachende Menschen entströmten dem seltsamen
Gebilde auf der anderen Seite der Plattform und nach und nach stiegen
die vor ihm Stehenden in die frei gewordenen Plätze dieser seltsamen
Kutsche. Also tat er es ihnen gleich, in der Hoffnung so bald einen Weg
aus diesem fremdartigen Gebäude zu finden.
Als alle Plätze besetzt waren, drückten ihn feste Vorrichtungen tiefer
in den Sitz der seltsamen Kutsche. Das Gefährt nahm auf wundersame Weise
Fahrt auf und erklomm langsam einen steilen Berg. Auf der Anhöhe
versuchte Durius die Umgebung zu erkunden, doch wie ein Blitz schoß das
Ding den steilen Berg auf der anderen Seite hinab und kam von da an für
die nächsten ewig dauernden Sekunden nicht mehr zum Stillstand. Mal warf
es ihn in eine Rechtskurve, dann in eine Linkskurve, dann stand die Welt
plötzlich auf dem Kopf. Ja, die Götter müssen verrückt sein!

 

(von Astrid, Dezember 2016)

 

Nicht nur Singles haben Beziehungsprobleme!
Auch jene, die Beziehungen haben, haben ihre besonderen Beziehungsaufgaben.

Heute: Mein Mann und ich haben unsere Beziehung auf eine neue Stufe gehoben!!!

Seit kurzem bekommt mein Mann doch tatsächlich eine Gänsehaut, wenn ich ihn berühre.
Ob aus Angst, oder weil naturgemäß meine Finger in der gerade aktuellen Jahreszeit ein wenig kälter sind als sonst, wissen wir noch nicht.
(Mir gefiele es durchaus, wenn ich Angst und Schrecken verbreiten würde, und die damit einhergehende Gänsehaut meines Mannes lässt mich vor Aufregung erschaudern!)

Jedenfalls: Um das Ergebnis zu bestätigen (wir gehen das äußerst seriös an), werden wir die Versuche weiter ausdehnen.
Vermutlich noch viele Monate, bis hinein in die warme Jahreszeit (die noch weit, weit entfernt liegt und mir die Chancen auf viele Wiederholungsgänsehäute eröffnet).

Fröstelschauer, Ekelbeben, GreuelGrausenSchauderAngstHorrorAbscheu-Minibeulen,… ach wie schön ist eine Gänsehaut!

 

Die gute Fee schenkt dir für 24 Stunden einen Unsichtbar-Mach-Umhang      (von Joy)

  

Ich gehe auf der Straße, doch keiner sieht mich an.

Ich stürze, doch keiner hilft mir auf.

Wenn ich um Hilfe rufe, drehen sich manche um, doch keiner

hilft mir.

Sollte ich etwas verlieren ist es weg, unwiederbringlich.

Für immer.

Wenn ich lache, lacht keiner zurück und wenn ich weine, gibt

es keine tröstenden Worte.

Die Frage ist also nicht was mach ich, wenn ich mal

unsichtbar bin, sondern wie lange ich es schon bin.

 

 

Wenn ich könnte wie ich wollte....   (Matthias, September 2016)

dann würde ich Gott suchen, dann würde ich versuchen, ihn zu finden, dann müsste ich eigentlich wissen, ob ich ihn/sie oder es suchen muss, dann würde ich ihn/sie oder es finden, dann würde ich mit ihm/ihr oder dem reden, dann würde ich wissen, ob er/sie oder es gerne über sich selbst und die Welt reden will, dann würde ich gelernt haben, dass gendern nervt.

 

Die Superkraft      (Karina, September 2016)

Sie hat es wirklich getan. Die gute Fee war wieder da und hat mir die uneingeschränkte Macht der Heilung geschenkt. Egal ob kranker Mensch, krankes Tier oder kranker Kastanienbaum, ich lege meine linke Hand auf und alles ist wieder gut. Wie lange habe ich mir das schon gewünscht!

2 Wochen später: Wo ist die doofe Fee, wenn ich sie mal brauche? Hey, du rosarote Wunschtusse! Komm her und nimm diese Scheiß Heilkraft wieder mit! Ich kann nicht mehr schlafen, nicht mehr essen, nicht mehr trinken, nicht mehr auf´s Klo gehen, weil pausenlos irgendwelche fremden Typen bei mir anläuten und geheilt werden wollen. Am Anfang war das noch ganz toll. Das Leuchten in ihren Augen, wenn der Krebs weg war, oder der Rollstuhl passé. Aber inzwischen stehen die hier Schlange damit ich ihre Warzen verschwinden lasse, ihre Potenz wieder auf Vordermann bringe und aus ihrem Bonsai einen Mammutbaum machen soll.

Das muss aufhören!

Und das Schlimmste ist, vor dem Haus stehen 2000 Leute und singen "Heal the world". Macht das doch bei Bob Geldorf vor der Tür!

Also, bitte liebe Fee, gib mir mein altes, uninteressantes Leben zurück!

 

 

 

Geschäfte im Außendienst  (Matthias, Mai 2016)

Die Augen brennen als ich in die Ferne sehe. Die

Tränenflüssigkeit fängt an zu gefrieren. Ein kalter Windstoß fährt mir ins Gesicht und lässt mich frösteln. Als ich von der überdachten Holzveranda steige, sinke im mit den Füßen in den Neuschnee. Mir kommt der Gedanke, wie lange wohl der Neuschnee eigentlich „neu“ ist. Mit großen Schritten stapfe ich durch den Schnee. Die Flocken tanzen vor meinen Augen. Am Waldrand kämpfen sich

ein Rehkitz und seine Mutter durch den Schnee. Die ersten Sonnenstrahlen erklimmen gerade die Bergspitzen, brausen mit einem Hurra den Abhang hinunter

und wärmen mir die Nasenspitze. Ein Windstoß lässt den Schnee, der sich auf den

Ästen der Fichten und Tannen gesammelt hat, herunterrieseln. Ich setze meinen

Weg durch das Kalte Weiß fort, öffne die Holztür, sehe hinein und rufe: „Geh

neda, jetzt is scho wieda koa Papier do!“